„Klein-fein-vollmundig“, das war sie, die „Spätlese“, die ab 2011 acht Jahre unter Igor Zellers liebevoller Pflege gediehen ist.

Dank Igors akribischer Stimmbildung, anschaulich bereichert durch seine Erfahrungen aus Reitsport und Tangokurs und der Gymnastik mit dem Theraband, ist die Spätlese zu einem beachteten Ensemble in Igors Vokalwerk geworden. Schütz auswendig im Gottesdienst haben wir geschafft, allerdings gestützt und begleitet von Igor mit barocker Brillanz.



Zu unserer großen Freude packte Igor dreimal die Reiselust mit der Spätlese und dem dazu passenden Gesang: in Klopstocks Geburtshaus in Quedlinburg haben wir„Das Rosenband“ von Schubert gesungen, in einer romanischen Kirche in Köln einen gregorianischen Gesang und in Mendelssohns Wohnhaus in Leipzig seine Duette. Wir haben uns schließlich so in Mendelssohns Werk für zwei Frauenstimmen verliebt, dass Igor mit uns im Gemeindesaal Bernadottestraße einen Mendelssohn-Abend gestaltet hat – vor vollem Haus!

Eindrucksvoll waren auch die Projekte des Vokalwerks „Erste Lieder“, die „Schöpfung“ von Haydn und das „Brahms-Requiem“, in die die Spätlese einbezogen wurde.
Absoluter Höhepunkt war unsere Mitwirkung im Weihnachtsoratorium 2018 und die gründliche Vorbereitung mit ganz neuer Sichtweise auf das Werk. Ein krönender Abschluss der Spätlese!

Da für uns die Tür zum Kantatenchor offensteht, muss noch nicht Schluss sein mit dem Singen in vertrauter Probenweise mit Funkuhr. Die freundschaftliche Gemeinschaft der Spätlese wollen wir auf jeden Fall auch weiterhin pflegen und gleichzeitig Igor für acht Jahre Spätlese danken.
Brigitte Bühling